QUICK-CHECK

Risikoanalyse L-Gas Versorgung

vor der L-/H-Gas Marktraum Umstellung 


Wir bieten unseren Kunden individuelle Quick-Checks zur Validierung ihrer Vorbereitungen sowie detaillierte Analysen und Beratung an.

Planung der Martraum Umstellung 


Seit Jahrzehnten wird niederkalorisches Erdgas (L-Gas) in Nordwesteuropa gefördert und verbraucht. Der Großteil dieses L-Gases stammt aus dem Groningen-Feld in den Niederlanden. L-Gas wird in definierten Markträumen in den Niederlanden, im Norden und Westen Deutschlands, in Belgien und in Nordostfrankreich abgesetzt.

 

L-Gas soll in Deutschland planmäßig im nächsten Jahrzehnt vollständig zurückgefahren werden. Dies war langfristig wegen der allmählichen Er-schöpfung der Groningen Reserven geplant. Dafür haben die Ferngasnetzbetreiber mit Zustimmung der BNetzA eine Umstellung der L-Gas Markträume auf H-Gas netzscharf in den Jahren 2016 bis 2030 vorgesehen und initiiert. In der Regel ist eine Umstellung jeder einzelnen Verbrauchsstelle notwendig und fordert daher eine präzise Planung zum Umstellungszeitpunkt jedes einzelnen L-Gas Transport- und Distributionssystems. Ohne Umstellung und Prüfung jedes einzelnen Gerätes kann nicht von L-Gas auf H-Gas umgestellt werden.

Was sind aktuelle Gefahren?

Aktuell tritt in diesem Zusammenhang ein weiteres Phänomen in den Vordergrund: In Groningen werden seit mehreren Jahren Erdbeben registriert. Es wird davon ausgegangen, dass diese Beben durch die Produktion des Erdgases induziert wurden. Die niederländische Regierung hatte daraufhin in den letzten Jahren weitgehende Einschränkungen der L-Gas Produktion verfügt (im Mai 2017 für 5 Jahre auf rd. 21 Mrd. m³/a), aber auch die Konditionierung und Beimischung von H-Gas zu L-Gas im großen Stile gefördert, sodass die vertraglichen L-Gas Importe Deutschlands angeblich durchgeführt werden können. Diese Sachlage findet in den deutschen Plänen zur Umstellung noch Berücksichtigung.

Wodurch werden sie verstärkt?

Im Gegensatz zur Energiewende wird die L-/H-Gas Marktraum Umstellung von den Medien – außer in der Fachpresse – nicht wahrgenommen. Dies birgt das Risiko, dass bei ungeplanten und unvorhersehbaren Störungen in der Umstellung die Öffentlichkeit, Kunden und Medien völlig unvorbereitet getroffen werden.

Wohin geht die Reise?


Die Ausgangslage hat sich im November 2017 entscheidend verändert, da das höchste niederländische Verwaltungsgericht die Beschlüsse der niederländischen Regierung außer Kraft setzte, eine neue und besser begründete Entscheidung zur Förderhöhe verfügte und die aktuelle Förderrate nur übergangsweise für ein Jahr gestattete.

Entgegen der Erwartungen kam es darüber hinaus bereits am 8. Januar 2018 trotzt erheblicher Einschränkungen der Förderhöhe und –Flexibilitäten in Groningen zu einem erneuten Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala.

Innerhalb kürzester Zeit hat daraufhin die niederländische Regierung eine nochmalige massive Fördereinschränkung auf nur noch 7,5 bis 12 Mrd. m³/a ab 2022 (in 2014 noch 42,5 Mrd. m³/a) und eine komplette Einstellung der Produktion bis 2030 geplant. Selbst Produktionszahlen von nur noch 4 Mrd. m³/a in einem Normaljahr werden bereits vom Wirtschaftsministerium für möglich erachtet. Die zwischenzeitliche Versorgung der Niederlande und der Nachbarländer soll durch zusätzliche große Konvertierungskapazitäten gesichert werden. Ob diese Maßnahmen so letztlich durchgeführt werden, kann angezweifelt werden. Seitens der Produzenten werden bereits Schadenser–satzansprüche im hohen zweistelligen Mrd. Euro Bereich in den Raum gestellt.

Zentrale Fragestellung

Wenn die niederländischen Lieferanten erhebliche Kosten für die Bereitstellung von L-Gas haben, stellt sich die Frage, ob sie zumindest einen Preisaufschlag für L-Gas auf das konditionierte H-Gas einführen werden. 

Unsere Erkenntnisse


Maßnahmen zur Kompensation stärker als geplanter Rückgänge der L-Gas-Lieferungen nach Deutschland wurden bislang nicht ergriffen oder beschlossen. Man verläßt sich in Deutschland auf das Krisenmanagement der Niederländer.

 

Hierdurch ist vor allem in der regionalen und lokalen L-Gas-Versorgung in Deutschlands ein ernstzunehmendes Risiko gegeben.

 

Nur einzelne Unternehmen wie RheinEnergie und EWE haben vorzeitig, unabhängig vom Netzentwicklungsplan der Ferngasnetzbetreiber und der BNetzA, Entscheidungen zum punktuellen Ersatz von L-Gas durch H-Gas getroffen. 

Wir haben diese Risiken bereits frühzeitig erkannt und mit unseren Kunden erörtert (ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE TAGESFRAGEN 68. Jg. (2018) Heft 3).   Weiter lesen

Unsere Leistungen

+ Identifizierung und Bewertung der individuellen Risikoposition eines Energieversorgers oder Netzbetreibers in Bezug auf die hier dargelegten Herausforderungen der L-/H-Gas Umstellung

+ Analyse und Ableitung geeigneter Maßnahmen insbesondere technischer Natur (Bestandsaufnahme, Ausfallszenarien, Risikoanalyse Netz, Identifikation und Bewertung Handlungsoptionen, Maßnahmenplanung und Umsetzung).   

+ Analyse und Ableitung geeigneter Maßnahmen insbesondere vertraglicher und dispositiver Natur (Bestandsaufnahme, Ausfallszenarien, Risikoanalyse Gaseinkaufs- und –verkaufsverträge, Identifikation und Bewertung Handlungsoptionen, Maßnahmenplanung und Umsetzung)

+ Analyse und Erarbeitung von Vorschlägen zur Änderung
   entsprechender Dienstleistungsverträge

+ Vorschläge zur Minimierung von Haftungsrisiken

+ Ermeidung von Beschädigungen der Unternehmensmarke.


QUICK-CHECK

Wir bieten unseren Kunden einen individuellen Quick-Check Ihrer Vorbereitungen für die L-/H-Gas Umstellung Ihres Marktraumes an. Im Rahmen von halbtägigen Workshops  werden Risiken und Chancen initial identifiziert. Selbstverständlich ist eine Vertiefung einzelner Themen im Nachgang möglich.

Es stellen sich vor diesem Hintergrund für Ihr Unternehmen wichtige Fragen:

Warum kann der deutsche Markt im Gegensatz zu den Niederlanden auf große H-/L-Gas Konvertierungsanlagen verzichten und praktisch ausschließlich auf L-Gas Importen (bzw. der zurückge-henden deutschen Eigenproduktion) basieren?

Kann ihr Unternehmen vorzeitig insb. bei großen industriellen Kunden von L-Gas auf H-Gas umstellen, werden Sie von Ihrer Netzgesellschaft dabei unterstützt und werden die Aufwände von der BNetzA als adäquate Netzkosten anerkannt?

Sollte Ihr Unternehmen durch eine vorzeitige Umstellung in der Beschaffung auf H-Gas, Investition in Konvertierungsanlagen Ihrer Netzgesellschaft und Belieferung der angestammten L-Gas Kunden mit konditioniertem Gas eine Entkopplung von den L-Gas Importen herbeiführen und werden die Netzaufwände von der BNetzA anerkannt?

Die vertraglichen Lieferrechte und -pflichten in den L-Gas Lieferverträgen liegen als Konsequenz der EU Marktregulierung (Unbundling) in den Händen der Händler und sind damit den Ferngasnetzbetreibern nicht bekannt. Können Sie sich in Ihrer Einkaufsplanung darauf verlassen, dass die Netzbetreiber in jedem Jahr von ausreichenden L-Gas Mengen und Leistungen für den Markt bis zur Umstellung Ihres Marktraumes ausgehen?

Die erst vor kurzem entgegen den ursprünglichen Intentionen der BNetzA weiterhin aufrechterhaltenen H-/L-Gas Konvertierungsentgelte sind zwar derzeit auf Maximalwerte von 0,45 €/MWh limitiert; die tatsächlichen Kosten einer Konvertierung könnten jedoch weit darüber liegen. Bereits in der kurzzeitigen Kälteperiode Ende Februar/Anfang März 2018 wurden für L-Gas Mengen rekordverdächtige L-Gas Preise bezahlt. Wie sind Ihr Handel und Vertrieb betroffen, wenn die BNetzA den Maximalwert des Konvertierungsentgeltes von 0,45 €/MWh (zumindest zeitweise) anhebt?

Unter den langfristigen Bezugsverträgen haben nur wenige Erdgasimporteure einen Anspruch auf Lieferung von L-Gas durch die niederländische GasTerra. Der Markt verfügt über keine transparenten Informationen. Ihr Unternehmen hat üblicherweise nur einen Anspruch gegenüber ihrem Vorlieferanten für die Dauer der abgeschlossenen Verträge. Können Sie sich auf Ihren L-Gas Vorlieferanten verlassen, dass er Ihnen 
  + die erforderlichen L-Gas Mengen liefert und nicht irgendwann die L-Gas Lieferung einstellt oder kürzt und Höhere Gewalt geltend macht?
  + der irgendwann in den nächsten Jahren sich nicht in der Lage sieht, Ihnen\eine L-Gas Vertragsverlängerung anzubieten?
  + oder nur zu wesentlich erhöhten Vertragspreisen?

Wie stellen Sie sich als Händler auf Restriktionen in der Portfoliooptimierung und einen möglichen Anstieg der Erdgaspreise, insbesondere für L-Gas, und/oder des Konvertierungsentgelts ein? Können Sie die Auswirkungen in Ihrem Vertrieb umgehend durchreichen?

Wie bewerten Sie Haftungsrisiken für Ihr Unternehmen und Schäden für Ihren Unternehmensbrand im Falle einer L-Gas Versorgungskrise?

Im ungünstigsten Fall (bei Kundenanlagen, die nicht umstellbar sind) werden Verbraucher gezwungen, in neue Heizungsanlagen auf eigene Kosten zu investieren. Wie stellen Sie als Lieferant sicher, dass der Kunde seinen Ärger nicht fälschlicherweise auf Sie als Lieferant fokussiert?

KONTAKT

Dr. Christoph Merkel

+49(0)163 63 62 738
christoph.merkel@merkel-energy.com


Address: Wallotstr. 16, D-45136 Essen